Nach dem ersten Termin stehen viele Kundinnen in der Drogerie vor dem Regal und fragen sich: Was davon darf ich jetzt noch benutzen? Die Auswahl ist riesig, die Versprechen auf den Flaschen groß – und nicht alles, was Ihrem Eigenhaar guttut, ist auch gut für Keratin-Bonds. In diesem Artikel erkläre ich, welche Produkte wirklich in Ihr Badezimmer gehören, welche Inhaltsstoffe Sie meiden sollten und wo Sie sich Geld sparen können.
Die Grundregel: Ansatz sauber, Längen gepflegt
Fast alle Pflegeregeln für Extensions lassen sich auf einen Satz zurückführen: Am Ansatz reinigen, in den Längen pflegen. Der Bereich mit den Bonds braucht eine gründliche, aber milde Reinigung und keine fettenden Produkte. Die Längen dagegen brauchen Feuchtigkeit und Schutz, weil sie nicht von der Kopfhaut versorgt werden. Wie Sie dabei richtig waschen, steht in unserem Pflege-Guide für den Alltag.
Shampoo: mild und sulfatfrei
Das Shampoo ist das wichtigste Produkt, weil es bei jeder Wäsche direkt an die Bonds kommt. Achten Sie auf:
- Sulfatfreie Formeln. Starke Tenside wie Sodium Lauryl Sulfate oder Sodium Laureth Sulfate reinigen sehr kräftig, trocknen die Längen aus und können das Keratin auf Dauer spröde machen.
- Keine „2-in-1“-Produkte mit eingebautem Conditioner – die Pflegestoffe landen sonst am Ansatz.
- Vorsicht bei sehr reichhaltigen Shampoos mit viel Öl. Was in den Längen schön ist, macht am Bond rutschig.
- Silbershampoo für blonde Extensions: einmal pro Woche gegen Gelbstich – nicht häufiger, sonst trocknet es aus.
Conditioner und Masken: nur in die Längen
Conditioner ist für Extensions Pflicht – aber nur ab etwa Kinnhöhe abwärts, mit einer Handbreit Abstand zu den Bonds. Einmal pro Woche ersetzen Sie den Conditioner durch eine Maske. Gut sind Produkte mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Glycerin, Panthenol, Aloe vera oder Hyaluron. Bei sehr trockenen Spitzen helfen auch Masken mit Keratin oder Proteinen – aber nicht in jeder Wäsche, da zu viel Protein das Haar steif machen kann.
Leave-in, Öle und Seren
- Leave-in-Spray: leicht und ideal nach jeder Wäsche, erleichtert das Bürsten und schützt vor Austrocknung.
- Haaröl: sparsam, ein bis zwei Tropfen in die Spitzen – nie an den Ansatz. Leichte Öle wie Argan- oder Jojobaöl sind besser als schwere.
- Hitzeschutz: Pflicht vor jedem Föhnen, Glätten oder Locken. Ein Spray verteilt sich gleichmäßiger als eine Creme.
- UV-Schutz: im Sommer und im Urlaub sinnvoll, damit die Farbe nicht ausbleicht.
Inhaltsstoffe, die Sie am Ansatz meiden sollten
- Öle und Butter (z. B. Kokosöl, Sheabutter) direkt am Bond – sie weichen das Keratin auf.
- Alkoholreiche Sprays in großen Mengen – sie trocknen Bonds und Längen aus.
- Stark silikonhaltige Produkte am Ansatz – sie machen die Bonds rutschig und lagern sich ab.
- Aggressive Peelings und Kopfhaut-Scrubs mit groben Partikeln, die sich in den Bonds verfangen.
Silikone in den Längen sind übrigens kein Problem – sie glätten und schützen. Es kommt nur darauf an, wo das Produkt landet.
Die richtige Bürste
Eine ungeeignete Bürste kann Bonds lockern und Haare herausreißen. Bewährt haben sich:
- Spezielle Extension-Bürsten mit weichen, flexiblen Schlaufen oder abgerundeten Borsten, die über die Bonds gleiten, statt hängen zu bleiben.
- Bürsten mit Naturborsten-Mischung für das Glätten der Oberfläche und weniger statische Aufladung.
- Ein grobzinkiger Kamm zum Entwirren nasser Längen.
Meiden sollten Sie Bürsten mit kleinen Kugeln an den Spitzen der Borsten – in diesen Kugeln verfangen sich Bonds besonders leicht.
Accessoires, die sich lohnen
- Seiden- oder Satinkissenbezug – weniger Reibung, weniger Verfilzungen.
- Mikrofaser-Handtuch oder Baumwoll-T-Shirt zum sanften Ausdrücken statt Rubbeln.
- Spiralgummis und Seidenscrunchies statt Gummis mit Metall.
- Föhn mit Temperaturstufen – mittlere Stufe für den Ansatz.
Wo Sie sparen können
Sie brauchen keine zehn verschiedenen Produkte. Eine solide Grundausstattung reicht: sulfatfreies Shampoo, Conditioner, eine Maske, ein Leave-in mit Hitzeschutz und eine gute Bürste. Teure Spezialprodukte „nur für Extensions“ sind oft nicht nötig, solange die Inhaltsstoffe passen. Investieren Sie lieber in eine gute Bürste und einen Seidenkissenbezug – das macht im Alltag den größten Unterschied.
Pflege je nach Jahreszeit
Im Sommer stehen UV-Schutz und gründliches Ausspülen von Salz- und Chlorwasser im Vordergrund, im Winter Feuchtigkeit gegen Heizungsluft. Mehr dazu in unserem Artikel über Herbst und Winter. Bei blonden Extensions lohnt sich zusätzlich ab und zu ein Glossing im Salon – siehe Färben und Tönen.
Häufige Fragen
Kann ich mein bisheriges Shampoo weiter verwenden?
Wenn es sulfatfrei und nicht stark ölhaltig ist: ja. Bringen Sie Ihre Produkte gern zum Termin mit, dann schauen wir gemeinsam auf die Inhaltsstoffe.
Wie oft sollte ich waschen?
Zwei- bis dreimal pro Woche ist für die meisten ideal. Trockenshampoo zwischendurch ist möglich, sollte aber gründlich ausgebürstet werden, damit es sich nicht an den Bonds sammelt.
Brauche ich eine spezielle Extension-Bürste wirklich?
Nicht zwingend, aber sie macht das tägliche Bürsten deutlich angenehmer und schonender. Wenn Sie nur eine Investition tätigen, dann diese.
Sind Naturkosmetik-Shampoos geeignet?
Oft ja, weil sie meist sulfatfrei sind. Achten Sie aber auf den Ölgehalt – manche Naturkosmetik-Shampoos enthalten viele Pflanzenöle, die am Ansatz stören können.
Ein Tipp aus dem Salon
Machen Sie einmal den „Ansatz-Test“: Fahren Sie nach dem Waschen und Trocknen mit den Fingern über die Bonds. Fühlen sie sich glatt und trocken an, stimmt Ihre Routine. Wirken sie rutschig, weich oder fettig, landet zu viel Pflegeprodukt am Ansatz – dann Conditioner und Öl etwas tiefer ansetzen.
Unser Fazit
Die beste Pflege für Extensions ist einfach: mildes, sulfatfreies Shampoo am Ansatz, Feuchtigkeit und Schutz in den Längen, keine Öle an den Bonds und eine Bürste, die gleitet statt reißt. Mit dieser Grundausstattung halten Ihre Keratin-Bonds bis zur nächsten Korrektur sauber, und Ihr Haar lässt sich mehrfach wiederverwenden.
