Sobald in München die Temperaturen fallen und die Heizungen anspringen, verändern sich auch die Fragen in unserem Salon. Statt Salzwasser und Sonne geht es plötzlich um trockene Spitzen, verfilzte Nackenpartien unter dem Schal und Haare, die beim Ausziehen des Pullovers knistern. Extensions reagieren auf die kalte Jahreszeit sogar etwas empfindlicher als Ihr Eigenhaar – denn sie werden nicht von der Kopfhaut mit Fett und Feuchtigkeit versorgt. Mit ein paar Anpassungen in Ihrer Routine kommen Ihre Keratin-Bonds aber problemlos durch Herbst und Winter.
Warum Extensions im Winter mehr Pflege brauchen
Drei Faktoren machen Haar im Winter zu schaffen:
- Trockene Heizungsluft: In beheizten Räumen sinkt die Luftfeuchtigkeit oft auf 30 % oder weniger. Haar gibt Feuchtigkeit ab, wird spröde und lädt sich statisch auf.
- Temperaturwechsel: Der ständige Wechsel zwischen kalter Außenluft und warmen Innenräumen stresst die Schuppenschicht.
- Reibung: Mützen, Schals, Kapuzen und dicke Mantelkrägen reiben besonders im Nacken an den Haaren – genau dort, wo Extensions am ehesten verfilzen.
Ihr Eigenhaar wird von der Kopfhaut immer wieder nachversorgt. Extensions nicht. Deshalb trocknen vor allem die Längen und Spitzen im Winter schneller aus.
Feuchtigkeit statt Fett: die richtige Pflege
- Feuchtigkeitsspendende Spülung nach jeder Wäsche – nur in Längen und Spitzen, nie an die Bonds.
- Einmal pro Woche eine Maske in die Längen, 5–10 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen.
- Leichtes Leave-in-Spray nach dem Waschen in die Längen sprühen. Es schützt vor Austrocknung und erleichtert das Kämmen.
- Ein bis zwei Tropfen Haaröl in die trockenen Spitzen – sparsam und mit Abstand zu den Bonds. Zu viel Öl macht die Kapseln rutschig.
Die Grundregeln zum Waschen finden Sie in unserem Pflege-Guide für den Alltag.
Mütze, Schal und Kapuze: so vermeiden Sie Verfilzungen
Die Nackenpartie ist im Winter die Problemzone Nummer eins. Unter dem Schal reiben die Haare ständig hin und her, und genau dort sitzen die unteren Bond-Reihen. Meine Tipps:
- Haare unter dem Schal nicht einklemmen. Entweder ganz darüber tragen oder locker zu einem tiefen Zopf binden.
- Seiden- oder Satinfutter in Mützen reduziert Reibung und statische Aufladung deutlich. Es gibt Mützen mit Satinfutter, oder Sie tragen ein dünnes Satintuch darunter.
- Wolle direkt am Haar meiden. Raue Wolle ist ein Filz-Magnet. Kaschmir oder ein glatter Kragen sind schonender.
- Mütze nicht zu eng. Ein straff sitzender Bund drückt dauerhaft auf die oberen Bonds.
- Abends den Nacken gezielt ausbürsten, Strähne für Strähne, während Sie oberhalb des Bonds festhalten.
Statische Aufladung bändigen
Fliegende, knisternde Haare sind im Winter ein Klassiker. Was hilft:
- eine Bürste mit Naturborsten oder eine spezielle Extension-Bürste statt Plastik,
- ein Hauch Leave-in oder Anti-Frizz-Spray in die Längen,
- ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer – gut für Haar, Haut und Schleimhäute,
- Haare zum Schlafen locker flechten, auf einem Seidenkissenbezug.
Nie mit nassen Haaren nach draußen
Im Winter gilt mehr denn je: Föhnen Sie Ihr Haar vollständig trocken, bevor Sie das Haus verlassen – besonders den Ansatzbereich mit den Bonds. Feuchtes Haar in der Kälte wird spröde, und Feuchtigkeit, die stundenlang unter Mütze und Schal an den Bonds bleibt, begünstigt Verfilzungen und Kopfhautprobleme. Föhnen Sie bei mittlerer Temperatur und verwenden Sie Hitzeschutz.
Hitze-Styling im Winter
Wer im Winter mehr Zeit drinnen verbringt, greift oft häufiger zu Glätteisen oder Lockenstab. Mit Keratin-Bonds ist das kein Problem, solange Sie:
- immer Hitzeschutz verwenden,
- die Temperatur moderat halten (meist reichen 160–180 °C),
- mit dem Gerät nicht direkt über die Bonds gehen,
- mindestens ein bis zwei hitzefreie Tage pro Woche einplanen.
Sauna und Thermalbad im Winter
Sauna ist mit Keratin-Bonds grundsätzlich möglich. Binden Sie die Haare locker hoch, schützen Sie sie mit einem Handtuch oder einer Saunamütze und verzichten Sie auf sehr lange, häufige Gänge. Nach dem Thermalbad das Haar gut ausspülen – Mineralien und Chlor trocknen die Längen zusätzlich aus.
Korrektur vor den Feiertagen planen
Viele Kundinnen möchten an Weihnachten und Silvester perfekt aussehen – und genau dann sind die Termine knapp. Planen Sie Ihre Korrektur so, dass sie ein bis drei Wochen vor den Feiertagen liegt. Dann sitzen die Bonds frisch am Ansatz, und Ihr Haar sieht auf allen Fotos perfekt aus. Wer im Herbst gleichzeitig dunkler werden möchte, kombiniert den Termin am besten mit dem Farbwechsel – mehr dazu im Artikel über Färben und Tönen.
Ihre Winter-Checkliste
- Feuchtigkeitsspülung bei jeder Wäsche, Maske einmal pro Woche.
- Leave-in und sparsames Öl in die Spitzen.
- Haare immer komplett trocken föhnen, bevor Sie rausgehen.
- Schal über den Haaren oder Haare locker gebunden.
- Satinfutter in der Mütze, Seidenkissen im Bett.
- Nackenpartie täglich sanft ausbürsten.
- Korrektur rechtzeitig vor den Feiertagen buchen.
Häufige Fragen
Brauche ich im Winter häufiger eine Korrektur?
Nicht unbedingt. Wenn Sie aber merken, dass sich im Nacken schneller kleine Knötchen bilden, lohnt es sich, die Korrektur eher nach sechs als nach acht Wochen einzuplanen.
Hilft ein Luftbefeuchter wirklich?
Ja. Schon eine Luftfeuchtigkeit von 40–50 % im Schlafzimmer reduziert statische Aufladung und Spliss spürbar. Alternativ helfen Wasserschalen auf der Heizung oder Zimmerpflanzen.
Kann ich mit Extensions Ski fahren?
Natürlich. Flechten Sie die Haare unter Helm oder Mütze locker, schützen Sie die Längen mit einem Leave-in und waschen Sie am Abend Schweiß und Feuchtigkeit gründlich aus.
Ein Tipp aus dem Salon
Die stärksten Verfilzungen sehe ich bei Winter-Korrekturen fast immer unter Kragen und Schal auf einer Seite – dort, wo die Kundin ihre Handtasche trägt. Achten Sie darauf, auf welcher Schulter Ihre Tasche hängt, und bürsten Sie diese Seite des Nackens abends besonders sorgfältig.
Unser Fazit
Herbst und Winter sind für Extensions kein Problem, wenn Sie gegen die drei großen Feinde vorgehen: trockene Luft, Reibung und Feuchtigkeit unter Mütze und Schal. Mit Feuchtigkeitspflege, Satin statt Wolle und gründlichem Föhnen bleiben Ihre Keratin-Bonds glatt und Ihr Haar glänzend – bis zum Frühling und darüber hinaus.
