Eine der schönsten Fragen nach dem ersten Termin lautet: „Und was kann ich jetzt alles damit machen?“ Die Antwort: fast alles. Keratin-Bonds sind so klein und flach, dass Sie mit ihnen offen, halboffen, hochgesteckt, gelockt oder geflochten unterwegs sein können. Ein paar Tricks helfen allerdings, damit die Bonds auch bei Wind und hohem Zopf unsichtbar bleiben – und damit Ihr Styling die Extensions nicht unnötig belastet. Hier sind meine Praxis-Tipps.

Die Grundregel: Ihr Deckhaar ist Ihr bester Freund

Beim Einsetzen lassen wir immer einen Bereich Ihres Eigenhaars frei: den Oberkopf, den Haaransatz rund ums Gesicht und einen Streifen über den Ohren. Dieses Deckhaar legt sich über die Bonds und versteckt sie. Für fast jede Frisur gilt deshalb: Arbeiten Sie mit dem Deckhaar, nicht gegen es. Frisuren, bei denen Sie das Haar von unten nach oben komplett straff wegkämmen, sind die einzigen wirklich schwierigen.

Pferdeschwanz

Der Klassiker funktioniert sehr gut – mit ein paar Tricks:

  • Mittlere Höhe statt ganz oben. Ein Zopf auf Höhe des Hinterkopfs verdeckt die Bonds am zuverlässigsten. Für einen sehr hohen Zopf bürsten Sie die unteren Partien zuerst sorgfältig nach oben und legen dann das Deckhaar darüber.
  • Nicht zu straff. Ein lockerer Zopf schont Ansatz und Bonds. Ein sehr straff gezogener Zopf jeden Tag kann auf Dauer zu Zug an der Kopfhaut führen.
  • Spiralgummis oder Stoffgummis statt dünner Gummis mit Metallteil – sie verhaken sich nicht in den Haaren.
  • Gummi nicht direkt über Bonds setzen.

Dutt und Messy Bun

Ein lockerer Dutt ist mit Extensions oft sogar schöner als vorher, weil mehr Haar für Volumen sorgt. Tipp: Den Dutt etwas tiefer am Hinterkopf ansetzen und einzelne Strähnen am Gesicht herausziehen. Haarnadeln immer ins Eigenhaar oder in die Extension-Längen stecken – nie direkt in einen Bond.

Halboffene Frisuren

Half-up-Frisuren sind mit Keratin-Bonds ideal. Sie nehmen nur die obere Partie – also genau das Deckhaar – nach hinten. Die Bonds liegen darunter und bleiben vollständig verdeckt. Perfekt für Alltag, Büro und Abendveranstaltungen.

Locken und Wellen

Extensions aus Echthaar lassen sich wie Ihr eigenes Haar locken. Damit es schonend bleibt:

  • Immer Hitzeschutz in die Längen sprühen.
  • Moderate Temperatur: 160–180 °C reichen für die meisten Haartypen.
  • Mindestens 2–3 cm Abstand zum Bond – das Gerät nie direkt auf die Kapsel halten.
  • Hitzefreie Alternativen nutzen: Heatless-Curls über Nacht, Flechtwellen oder Lockenwickler schonen Haar und Bonds.

Ein Vorteil: Weil Extensions dichter sind als viele Eigenhaare, halten Locken oft länger.

Glätten

Glätteisen sind kein Problem, solange Sie Hitzeschutz verwenden und nicht direkt über die Bonds fahren. Setzen Sie das Eisen knapp unterhalb des Bonds an. Weniger Durchgänge mit etwas niedrigerer Temperatur sind besser als viele heiße.

Flechtfrisuren

Mit Extensions werden Zöpfe deutlich voller – ein echtes Highlight, gerade wenn Ihr Eigenhaar fein ist. Ein lockerer Fischgrät- oder Bauernzopf funktioniert immer. Bei eng am Kopf geflochtenen Zöpfen wie französischen oder holländischen Zöpfen sollten Sie die Strähnen locker aufnehmen und darauf achten, dass keine Bonds in die Flechtstränge eingezogen werden. Für die Nacht empfehle ich ohnehin einen lockeren Zopf, wie in unserem Pflege-Guide beschrieben.

Scheitel wechseln

Ein Mittelscheitel, Seitenscheitel oder ein Wechsel zwischen beiden ist in der Regel möglich, weil wir die Bonds mit genug Abstand zum Scheitelbereich setzen. Wenn Sie wissen, dass Sie Ihren Scheitel häufig wechseln, sagen Sie es bitte beim ersten Termin – dann planen wir die Platzierung entsprechend.

Accessoires

  • Haarreifen und Spangen: problemlos, solange sie nicht auf einem Bond drücken.
  • Seidenscrunchies: die schonendste Art, Haare zusammenzunehmen.
  • Große Krebsspangen: sehr beliebt und praktisch, aber nicht zu fest zudrücken.
  • Mützen und Tücher: mit Satinfutter ideal – mehr in unserem Artikel zu Herbst und Winter.

Typische Styling-Fehler

  1. Glätteisen oder Lockenstab direkt auf die Bonds halten.
  2. Jeden Tag einen sehr straffen, hohen Zopf tragen.
  3. Haarnadeln durch die Bonds stecken.
  4. Toupieren direkt am Bond – das verfilzt das Haar am Ansatz.
  5. Stylingprodukte mit viel Öl oder Silikon am Ansatz.
  6. Frisuren mit nassen Haaren machen und so schlafen.

Wenn ein Bond doch einmal sichtbar wird

Meist ist das ein Zeichen, dass die Bonds herausgewachsen sind und es Zeit für die Korrektur ist. Bis dahin hilft es, den Scheitel minimal zu verschieben oder die Frisur etwas tiefer zu setzen.

Häufige Fragen

Kann ich mit Extensions einen Zopf zum Sport tragen?

Ja, ein lockerer, mittelhoher Zopf oder Flechtzopf ist beim Sport ideal. Er verhindert Reibung und Verknoten. Nach dem Training den Zopf öffnen und den Ansatz trocknen lassen.

Wie lange halten Locken mit Extensions?

Oft deutlich länger als im Eigenhaar, meist bis zur nächsten Wäsche. Locken über Nacht in einem lockeren Dutt fixieren, dann sind sie am Morgen noch schön.

Darf ich Trockenshampoo für mehr Volumen benutzen?

Ja, sparsam und mit Abstand zu den Bonds. Danach gründlich ausbürsten, damit sich nichts an den Bonds sammelt.

Kann ich meine Extensions selbst hochstecken?

Ja, mit etwas Übung. Beginnen Sie mit einem lockeren, tief sitzenden Dutt und arbeiten Sie sich zu aufwendigeren Frisuren vor. Gern zeige ich Ihnen beim Termin ein, zwei einfache Handgriffe, mit denen die Bonds sicher verdeckt bleiben.

Unser Fazit

Mit Keratin-Bonds sind Sie in Ihren Frisuren fast völlig frei: Zopf, Dutt, halboffen, Locken, glatt oder geflochten. Arbeiten Sie mit dem Deckhaar, halten Sie Hitze und Haarnadeln vom Bond fern und gönnen Sie Ihrem Ansatz lockere statt straffer Frisuren. Dann bleibt Ihre Haarverlängerung unsichtbar – egal wie Sie sie tragen.